Alles rund um den Mund

Wir machen euch zu Mundexperten*innen!

Kommt mit auf die Reise in den Mund, denn egal, ob unsere Kinder sprechen lernen, ständig erkältet sind oder die erste Zahnspange bekommen, der Mund ist immer mit dabei.

Lernt, was im Mund alles passiert!



story image

Mundentwicklung

story image

Folgen der Mundatmung

story image

Mundexperten*innen

Kennt ihr schon die Mundfunktionen?

Dieses Poster gibt einen schnellen Überblick über viele Mundfunktionen - die wichtigsten und ersten Mundfunktionen im Leben sind die Basisfunktionen. Sie sollten gut entwickelt sein, damit sich auch die Sekundärfunktionen, die späteren Funktionen, gut ausbilden können. Fällt euch noch eine Funktion ein, die sich später entwickeln kann?



Die Mundentwicklung

story image

Die Zunge hilft beim Wachsen

Bei Kindern wächst der Körper, der Kopf und somit auch der Kiefer: hier spielt unsere Zunge eine wichtige Rolle und hilft dem Oberkiefer gesund zu wachsen! Die Zunge liegt im Ruhezustand im Mund oben am Gaumen und formt dadurch den Oberkiefer aus. Entwickelt sich der Oberkiefer gesund, haben auch die Zähne genügend Platz und können gerade wachsen. Ein paar Zahlen dazu findet ihr in unseren FAQs weiter unten.

story image

Das Dreamteam Nase & Mund

Das Tolle ist: Die Nase leistet ganz wichtige Aufgaben, die uns schützen: sie reinigt die Luft, wärmt sie an und befeuchtet sie. Nur durch die Nase kann das Stickstoffmonoxid gebildet werden, was wir für eine gute Konzentration und einen gesunden Schlaf brauchen - besonders Kinder! Bei der Nasenatmung ist die Sauerstoffsättigung 10-15% höher als bei der Mundatmung, also: ab heute wird durch die Nase geatmet! (Die Quelle findet ihr bei "Mundwissen".)

story image
story image

Der offene Biss

Was ist, wenn durch die ein oder andere Erkältung Kinder dauerhaft durch den Mund atmen? Ist der Mund offen, liegt die Zunge nicht mehr am Gaumen und der Gaumen kann nicht gesund wachsen, die Zähne haben keinen Platz mehr und die 'Tür' für alle Erreger in der Luft ist offen. Dann heißt es für die Mandeln: Ran an die Arbeit! Mehr darüber findet ihr in unseren FAQs weiter unten.

Die Folgen der Mundatmung können sein

story image

(Milchzahn-)Karies

Damit unsere Zähne gesund bleiben, werden sie von dem Speichel geschützt, der einen PH-Wert von ca. 7 hat (also neutral). Ist dieser sauer, beginnt ein Zahnschmelzabbau (ab PH ≈ 5,5) und Karies entsteht, was bei der Mundatmung passieren kann! Kinder können dadurch verhäuft Milchzahnkaries bekommen und eines ist klar: mit Zahnlücken schluckt und spricht es sich deutlich schwieriger!

Eine passende Studie dazu gibt’s hier

story image

Starkes Speicheln

Wir alle haben und brauchen Speichel im Mund: zum Schlucken, dass das Essen ‚flutscht‘ oder auch als Schutz unserer Zähne! Damit dieser im Mund bleibt, benötigt er quasi eine Barriere, die Lippen. Wenn der Mund offen ist, merken wir zwar, dass sich Speichel am Mundboden sammelt, doch bei einer dauerhaften Mundatmung funktioniert dieses Spüren (Sensorik) oft nicht schnell genug und der Speichel fließt und fließt. Es kann aber auch das Gegenteil auftreten: ein ausgetrockneter Mund und rissige Lippen – warum bei jmd. das eine und nicht das andere auftritt, ist nicht klar. Beides ist jedoch auffällig!

story image

Häufigere Erkältungen

Wenn im Winter Viren und Bakterien ihre Hochsaison haben, dann erwischt es uns alle mal – besonders häufig die Kindergarten-Kinder. Mit viel Tee, viel Schlaf und Ruhe ist bestenfalls auch eine größere Erkältung weg, doch wenn der Mund offen steht, dann heißt es „Herein spaziert!“ zu den Bösewichten. Für die Abwehr ist eigentlich die Nase zuständig, mit ihren vielen Windungen und Haaren, doch der Mund eher weniger, was heißt, dass die nächste Erkältung deutlich schneller anrückt und der Körper mehr zu kämpfen hat!

story image

Stark vergrößerte Mandeln

Normalerweise ist die Nase für das Reinigen der Luft zuständig. Wenn jedoch oft durch den Mund geatmet wird, dringen die Viren und Bakterien in den Mund ein und werden dann durch die Gaumenmandeln (rechts und links) abgefangen. Die Mandeln schwellen an und sind dadurch unsere Alarm-Anlage im Mund (Freunde, nicht Feinde!) Ärzte*innen sehen manchmal die Mandeln als die ‚Schuldigen‘ für Vieles und die Indikation lautet meist: nach 3x Mandelentzündungen sollten diese raus! (dann wandern die Bakterien einfach einen Stock tiefer!)

story image

Zahnfehlstellungen

Bei Kleinkindern denken vielleicht die meisten noch nicht an Zahnspange, sollten wir aber, denn der Kiefer wird maßgeblich durch die Zunge geformt: nur knapp 20% der Kieferfehlstellungen sind vererbt! (Frankfurter Zahnklinik, 1989; zitiert im Buch: Schopf, Peter, Curriculum Kieferorthopäde, Band I, 2000, S.71-89) Wenn der Mund zu ist und durch die Nase geatmet wird, liegt die Zunge im Mund und füllt den gesamten Raum aus. Die Lippen sind geschlossen und es ist ein Gleichgewicht vorhanden – bei geöffnetem Mund nicht mehr, denn die Lippen haben keinen Kontakt. Die Zunge liegt automatisch schlaff am Mundboden – ist dann meist zu sehen – und kann so nicht mehr den Oberkiefer ausformen, dass die späteren Zähne Platz haben!

story image

Konzentrations- & Schlafprobleme

Wusstet ihr, dass die Nase nicht nur die Luft filtert, sondern auch die eingeatmete Luft in Stickstoffmonoxid umwandelt. Je mehr davon vorhanden ist, umso höher ist die Sauerstoffsättigung im Blut (!!!) und somit auch im Gehirn. Bei der Nasenatmung ist die 10%-15% höher als bei der Mundatmung, sodass bei einer Mundatmung die Sauerstoffsättigung im Blut deutlich geringer ist und es so zu Konzentrations- und Schlafproblemen führen kann! (Mundatmer haben daher oft einen müden und schlappen Gesichtsausdruck.)

Die passende Studie dazu gibt’s hier

Dr. Weiss zum Thema Mundatmung

In diesem kurzen Film erfahrt ihr nochmals im Detail alles zum Thema Mundatmung.

Wer sich alles mit deinem Mund beschäftigt

HNO

Hals-Nasen-Ohren-Ärzte*innen behandeln die HNO-Erkrankungen der Kinder wie Erkältungen, Mittelohrentzündungen, Paukenergüsse, etc. und können frühzeitig eine Mundatmung erkennen.
Je nach Fall entfernen oder verkleinern sie auch die Rachen- und/oder die Gaumenmandeln, was jedoch gut überlegt sein sollte.

Logopädie

Logopäden*innen arbeiten funktionell, zum Beispiel bei Sprech- und Schluckstörung. Sie entdecken oft die Mundatmung zuerst und behandeln diese auch funktionell, das heißt mit der Funktion selbst: das Schlucken wird beim Schlucken trainiert. Eine frühe Abklärung von Auffälligkeiten ist parallel zum Arztbesuch sehr ratsam, denn dort werden einzelne Funktionen, wie die Atmung, das Schlucken oder das Sprechen, nochmal genauer angeschaut.

Zahnheilkunde

Zahnärzte*innen können die Mundatmung, Karies, ein unphysiologisches Schluckmuster oder eine falsche Zahnputztechnik frühzeitig entdecken und ausreichend aufklären. Sie kommen oft in den Kindergarten, um dort bereits erste Anzeichen zu sehen und dann ggf. an den*die Logopäden*in oder an eine*n Kollegen*in zu verweisen.

Kieferorthopädie

Kieferorthopäden*innen zaubern schöne, gerade Zähne… das ist zumindest das, was im Gedächtnis oft hängen bleibt. Die Hauptarbeit liegt jedoch in der frühen Erkennung und Behandlung von Kiefer- und Zahnfehlstellungen, wie bei einem Kreuzbiss oder einem offenen Biss. Sie können bereits früh anhand der Zahnstellung ungesunde Angewohnheiten, wie die Mundatmung, das Daumenlutschen oder häufiges Benutzen des Schnullers erkennen.

Pädiatrie

Kinderärzte*innen untersuchen die Kinder regelmäßig bei den Untersuchungen. Sie sind meist unter den Mundexperten*innen die Ersten, die die Kinder genauer beobachten und somit erste Auffälligkieten feststellen können. In der U7a kurz vor Ende des 3. Lebensjahres wird die Sprache und auch die Kieferentwicklung untersucht. Hier sollten eine dauerhafte Mundatmung oder häufige Infekte bereits erkannt werden und ggfs. an den*die Logopäden*in oder an eine*n Kollegen*in verwiesen werden.

Kinderostheopathie

Kinderostheopathen*innen beschäftigen sich ebenso mit dem Mund – ganzheitlich und sanft. Sie gehen immer von der natürlichen Entwicklung aus und haben wie die Logopäden*innen das Ziel, das System in ein Gleichgewicht zu bringen. Sie behandeln unter anderem wiederkehrende Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen, was die Voraussetzung für die Nasenatmung ist.

Dumme Fragen gibt es nicht - dafür hier gute Antworten!

Nur teilweise! Prof. Dr. Schopf zitiert in seinem Buch „Kieferorthopädie Curriculum Band I, 2000“ eine Studie an der Frankfurter Zahnklinik von 1980: Lediglich 20,3 % der Zahnfehlstellungen sind vererbt. Stattdessen sind 44,3 % der Zahnfehlstellungen durch exogene (äußere) Einflüsse entstanden. Die exogenen Faktoren waren zum einen Frontzahnverluste durch Milchzahnkaries (22,5 %) und zum anderen Angewohnheiten (Habits) wie Daumenlutschen, dauerhaftes Atmen durch den Mund, auf die Lippen beißen, etc. (18,5 %). Folgen solcher Habits sind dann ein offener Biss und/oder ein zu schmaler Gaumen, sodass die Zähne nicht genügend Platz zum Wachsen haben.

Spätere Folgen der Mundatmung können häufige Infekte, entzündete Mandeln, Artikulationsprobleme oder krumme Zähne sein. Laut dem Bundesverband für Logopädie e.V. weisen 13,5 % der 4 – 6 Jährigen Kinder eine Artikulationsstörung auf.
Quelle

Wusstet ihr, dass es nur EINEN Polypen (Rachenmandel genannt) und ZWEI Gaumenmandeln gibt? Die Mandeln gehören zum Team der Abwehr und versuchen, Viren und Bakterien fernzuhalten. Wenn sie in action sind, dann werden sie groß, rot und können auch schmerzen. Oft schaffen sie es, dass Eindringlinge nicht weiter kommen und sind daher sehr wichtig für die Gesundheit!

Kinderärzte*innen (U-Untersuchungen), HNO-Ärzte*innen, Logopäden*innen, Heilpraktiker*innen, Zahnärzte*innen, Kieferorthopäden*innen, Hebammen, Stillberater*innen, Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen*innen und theoretisch auch Schönheitschirurgen 😉

Ihr wollt nichts aus Leons Dschungel verpassen?

Trage dich in Leons Buschfunk ein und erhalte gratis ein Ausmalbild aus dem Buch. Leon schlägt die Buschtrommeln, wenn es Rabatte, Aktionen oder Angebote gibt und meldet sich dann bei Euch unter der hier eingetragenen eMail.

Mit dem Eintragen bestätigst Du, dass Du unsere Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiert hast.